Hallo an alle, die hier immer noch ab und zu reinschauen! Einige müssen es sein, denn seltsamerweise hat der Blog jeden Tag ein paar Besucher... :)
Ich melde mich endlich mal wieder, weil sich gestern den Plot für Band zwei der Fehlergeschichte eingestellt hat.
Als das NaNo-Land ein zweites Mal in Gefahr ist, erinnert sich Mr. Ian
Woon sofort an die Helden, mit deren Hilfe die Plotbunny-Invasion
abgewendet wurde.
Die Wachmänner, die Den Großen Roten Knopf des Verderbens
bewachen, dessen Drücken das Löschen aller Geschichten nach sich ziehen
würde, streiken und drohen ihre Arbeit vollständig niederzulegen. Das
ist insofern unpraktisch, da auf dem Knopf ein Zauber liegt, der alle
dazu bringt den Knopf drücken zu wollen. Nur die Wachmänner sind immun.
Aus allen Ecken und Regionen des NaNo-Landes kommen nun Wrimos, um zu
sehen, ob sie vielleicht diese wichtige Aufgabe übernehmen können.
Auch die Gruppe um Mia macht sich auf den Weg, nur um herauszufinden,
dass es ein Gruppenmitglied gibt, das sich für den Job eignen würde -
Freundschaf. Nur reicht eine Wache bei Weitem nicht aus und so bereisen
sie das NaNo-Land, um die Verwandschaf von Freundschaf aufzutreiben. Nur
ist das schwieriger als sie sich vorgestellt haben. Es ist ein Wettlauf
gegen die Zeit, denn wenn die Wachen ihre Posten verlassen, wird keine
Geschichte überleben.
Sie müssen nach Romantika, in den
Legenden-Wald, schlagen sich mit dem Fakir-Ferkehr (ein fliegender
Teppich Service) herum und verursachen eine Stampede von Freundschafen.
Wie das Ganze ausgeht erfahrt ihr, sobald ich genug Fehler zusammen habe, um die Geschichte tatsächlich zu schreiben.
Ganz liebe Grüße aus der Versenkung!
Kim
Ein Blog, der einige kreative Projekte enthält, die ich gerade verfolge. Da könnte von allem etwas dabei sein. ^^
Samstag, 28. Februar 2015
Sonntag, 11. Januar 2015
Mission Plotbunny: Cover
Ich hatte ja versprochen das Deckblatt so bald wie möglich hochzuladen. Hier ist es. Für alle, die sich das fragen - der Text im Hintergrund ist aus dem ersten Kapitel. Wenn man genau hinschaut, kann man den Duschigel entdecken. ^^
Das Deckblatt generell ist eher schlicht geworden. Ihr könnt mir ja sagen was ihr davon haltet.
Gleichzeitig habe ich auch alle anderen Bilder eingescannt, da ich die vorher nur abfotografiert hatte. Die haben jetzt also eine höhere Auflösung und sind generell etwas schöner anzusehen.
Das war dann wirklich der letzte Post zu Mission Plotbunny. :)
Das Deckblatt generell ist eher schlicht geworden. Ihr könnt mir ja sagen was ihr davon haltet.
Gleichzeitig habe ich auch alle anderen Bilder eingescannt, da ich die vorher nur abfotografiert hatte. Die haben jetzt also eine höhere Auflösung und sind generell etwas schöner anzusehen.
Das war dann wirklich der letzte Post zu Mission Plotbunny. :)
Donnerstag, 8. Januar 2015
Ende
Das war das letzte Wort meines letzten Posts - was bedeutet, dass "Mission Plotbunny" hiermit beendet ist. Kaum zu glauben, dass ich nur zwei Wochen gebraucht habe, um es zu schreiben, aber zweieinhalb Monate, um es zu posten.
Ich fände es super, wenn ihr mir ein paar Kommentare zur gesamten Geschichte geben könntet. Hat es euch gefallen? Ist euch etwas Positives oder Negatives aufgefallen? Soll es einen Band 2 geben? (Letztere Frage ist besonders wichtig, da ich das nur machen würde wenn es auch Leute gibt, die das lesen würden. Auch wenn ich schon Ideen dafür habe. Aber wenn es keine Leute gibt, die das lesen, macht das wenig Sinn.)
Also, generell Rückmeldungen wären schön. :)
Was ich auch anbieten kann, ist "Mission Plotbunny" als PDF zur Verfügung zu stellen. Leider habe ich immer noch nicht herausgefunden ob bzw. wie das hier möglich ist, sodass mir alle ihre Emailadresse schicken müssten. Das ginge auch bei nanowrimo.org über eine NaNoMail, falls euch das lieber ist.
Ansonsten hoffe ich, dass euch die Geschichte wenigstens ein bisschen Spaß gemacht hat (mir hat es jedenfalls viel Spaß gemacht sie zu schreiben).
Liebe Grüße,
Kim
PS: Was ich mit dem Blog hier jetzt anfange, weiß ich auch noch nicht. Offen bleibt er auf jeden Fall, falls noch ein paar Nachzügler die Geschichte lesen wollen. Wozu sie sich auch eignen könnte, ist für den nächsten NaNo, als Einstimmung. Sollte es je einen Band 2 geben, wird der natürlich auch hier veröffentlicht.
Ansonsten gibt's wohl nur Fotos von Häkel-Plotbunnys, falls mir nichts besseres einfällt. Falls ihr dafür Ideen habt, ich würde mich auch darüber freuen. ^^
PPS: Ein Deckblatt habe ich noch, aber gerade keine Möglichkeit es einzuscannen. Das wird nächste Woche nachgeliefert. Oder ich fotografiere es die Tage noch ab.
Ich fände es super, wenn ihr mir ein paar Kommentare zur gesamten Geschichte geben könntet. Hat es euch gefallen? Ist euch etwas Positives oder Negatives aufgefallen? Soll es einen Band 2 geben? (Letztere Frage ist besonders wichtig, da ich das nur machen würde wenn es auch Leute gibt, die das lesen würden. Auch wenn ich schon Ideen dafür habe. Aber wenn es keine Leute gibt, die das lesen, macht das wenig Sinn.)
Also, generell Rückmeldungen wären schön. :)
Was ich auch anbieten kann, ist "Mission Plotbunny" als PDF zur Verfügung zu stellen. Leider habe ich immer noch nicht herausgefunden ob bzw. wie das hier möglich ist, sodass mir alle ihre Emailadresse schicken müssten. Das ginge auch bei nanowrimo.org über eine NaNoMail, falls euch das lieber ist.
Ansonsten hoffe ich, dass euch die Geschichte wenigstens ein bisschen Spaß gemacht hat (mir hat es jedenfalls viel Spaß gemacht sie zu schreiben).
Liebe Grüße,
Kim
PS: Was ich mit dem Blog hier jetzt anfange, weiß ich auch noch nicht. Offen bleibt er auf jeden Fall, falls noch ein paar Nachzügler die Geschichte lesen wollen. Wozu sie sich auch eignen könnte, ist für den nächsten NaNo, als Einstimmung. Sollte es je einen Band 2 geben, wird der natürlich auch hier veröffentlicht.
Ansonsten gibt's wohl nur Fotos von Häkel-Plotbunnys, falls mir nichts besseres einfällt. Falls ihr dafür Ideen habt, ich würde mich auch darüber freuen. ^^
PPS: Ein Deckblatt habe ich noch, aber gerade keine Möglichkeit es einzuscannen. Das wird nächste Woche nachgeliefert. Oder ich fotografiere es die Tage noch ab.
69. Kapitel
Mr.
Ian Woon kam durch die Partygäste auf mich zugelaufen, zwei Sektgläser in der
Hand.
„Mia!
Endlich finde ich dich“, sagte er.
„Sie
haben mich gesucht?“
Ich
nahm automatisch eins der Sektgläser entgegen, als er es mir anbot – obwohl ich
schon bei Beginn der Feier, als wir alle damit hatten anstoßen müssen,
festgestellt hatte, dass mir das Zeug nicht schmeckte. Mist. Wohin damit?
„Ich
wollte dir noch einmal persönlich gratulieren. Wie deine Oma berichtet hat,
hast du eine entscheidende Rolle dabei gespielt die Bunnyinvasion aufzuhalten.“
Er deutete eine kleine Verbeugung an.
Warum
mussten sich immer alle verbeugen in diesem Land?
„Das
steht dir übrigens ganz wunderbar“, fuhr er fort.
Er
deutete auf mein blaues Áo dài, das ich zur Feier des Tages angezogen hatte.
Das erste Mal hatte ich ja überlegt es anzuziehen als die Ratsversammlung
stattgefunden hatte. Dieser Anlass kam mir passender vor. Zwar waren hier ebenfalls
fast alle Ratsmitglieder versammelt, aber dieses Mal kannte ich tatsächlich ein
paar Leute.
Eigentlich
hatte ich vorgehabt meine heilige, magische Robbe anzuziehen, doch die war
während des Fluges nach Schreibstadt verschwunden. Ich hatte gehofft, dass sie
uns bleiben würden, doch anscheinend hatte die Priesterin des Sonnenschreins es
ernst gemeint, dass die Robben nach Erfüllung unseres Auftrags verschwinden
würden.
„Das
habe ich ihr auch schon gesagt“, meinte Hannes, der wie immer auf meiner Schulter
saß.
Ich
fühlte meine Wangen rot werden und stürzte nun doch das Glas Sekt in einem Zug
hinunter. Fast sofort bereute ich es, aber immerhin hatte ich jetzt eine
Ausrede für die roten Wangen. Außerdem würde ich so keine der Topfpflanzen in
den Ecken des Raumes damit wässern müssen.
„Danke
ihr zwei“, murmelte ich. „Wo ist eigentlich meine Oma?“, fragte ich mit
lauterer Stimme.
„Die
führt gerade einigen Ratsmitgliedern den Starb vor.“
Er
runzelte die Stirn als würde er das nicht gut finden. Ich musste ihm zustimmen.
Leute mit mächtigen Waffen starben deutlich öfter als Leute ohne sie, da
ständig jemand versuchte ihnen den Gegenstand abzunehmen. Wobei ich mir einen
Herrscher, der mit einem lila Regenschirm herumfuchtelte und „gehorcht mir!“
schrie, eher komisch als furchteinflößend vorstellte. Ich für meinen Teil hatte
beschlossen die Phoenixfeder geheim zu halten – oder zumindest nicht an die
große Glocke zu hängen, dass ich sie besaß. Phoenix hatte das geschafft, also
würde ich das auch hinbekommen.
Mr.
Ian Woon wurde von einem der Ratsmitglieder weggezerrt und ich blieb allein in
der Menschenmenge stehen. Nun ja, nicht ganz allein. Blue schien ebenfalls
genug von den anderen Partygästen zu haben, denn er stellte sich zu mir.
„Hey,
hast du sie schon gesehen?“
Er
deutete auf eine Gestalt in einem roten Kleid, die ihr volles Sektglas
umklammerte. Sie sah aus als würde sie sich vollkommen fehl am Platz fühlen und
tat mir ein wenig leid.
„Hast
du sie noch nicht erkannt?“, meinte Blue.
Ich
schaute mir das Mädchen genauer an, doch ich war mir sicher es noch nie vorher
gesehen zu haben.
„Das
ist Steph! Mr. Ian Woon hat sie ausfindig gemacht und eingeladen. Immerhin hat
sie auch geholfen“, meinte er.
Als
wir mit dem Rofl-Copter auf dem Flugplatz von Technopolis gelandet waren, hatte
ich irgendwie erwartet, dass Steph dort auf uns warten würde. Stattdessen waren
wir von einer Horde Plotbunnys begrüßt worden.
Wir
hatten mehrere Minuten damit verbracht uns gegen die Bunnys zu verteidigen.
Irgendwann hatte ich mich den süßen Augen ergeben müssen, vor allem, da ich
keins von ihnen hatte verletzen wollen. Ich war gerade dabei gewesen von Bunnys
überrannt zu werden – wobei Hannes versucht hatte sie mit seiner Zunge auf
Abstand zu halten; er hatte sich danach den ganzen Tag Bunnyfell aus dem Mund
ziehen müssen – als die Hasen plötzlich von uns abgelassen hatten.
Alle
Leute, die auf dem Flugplatz saßen und nur von Bunnys belagert waren, hatten
auf einmal nur noch zwei oder drei von ihnen auf dem Schoß gehabt und waren aus
dem „sind die süüüüß!“ Zustand aufgewacht.
Der
gruppale Infekt hatte noch schneller gewirkt als wir gedacht hatten. Sobald wir
den Flugplatz verlassen hatten, hatten wir Mr. Ian Woon mit der Gedankenspinne
kontaktiert, um herauszufinden, dass auch in Schreibstadt die Situation langsam
unter Kontrolle kam. Neue Wrimos waren an allen Ecken und Enden der Stadt
aufgetaucht und hatten die niedlichen Bunnys in Empfang genommen. Die meisten
von ihnen waren absolut begeistert gewesen. Viele hatten keine Ahnung gehabt was
sie schreiben sollten bis ihnen eines der flauschigen Häschen in die Arme
gesprungen war. Es war ein einziger „Awwww!“ Moment gewesen.
Unsere
kleine Gruppe war mit dem nächsten Flugzeug gestartet, sobald die Landebahn von
Bunnys und glücklichen Autoren befreit worden war. Dann hatten wir einen Tag
Pause bekommen, um uns von unseren Abenteuern zu erholen und dann hatte man uns
auf diese Feier geschleppt.
„Das
ist Steph?“, fragte ich entgeistert und betrachtete das unscheinbar wirkende
Mädchen.
Ihre
hellbraunen Haare gingen ihr bis zur Brust. Sie hatte sich nicht die Mühe gemacht
eine schicke Frisur zustande zu bringen, was sie anscheinend ärgerte, denn sie
fuhr sich immer wieder durch die Haare.
„Steph!“,
rief Blue und rannte auf sie zu bevor ich ihn aufhalten konnte.
Sie
drehte sich um und hatte einen Blick drauf wie ein Plotbunny im
Scheinwerferlicht. Dann weiteten sich ihre Augen.
„Blue?“,
flüsterte sie.
„Hi!
Schön dich mal in echt zu sehen!“
Er
lächelte sie an. Ich kämpfte gegen das Bedürfnis an ihr eine zu scheuern. Wobei
sie mir immer noch ein wenig leid tat. Sie sah so schüchtern aus… dass sie sich
so dagegen gesträubt hatte uns zu helfen und uns stattdessen mehr oder weniger
mit Rauchninjas beworfen hatte, war kaum zu glauben.
„Gleichfalls.
Denke ich…“
Ihre
Augen zuckten immer wieder in meine Richtung, als traute sie sich nicht mich
genau anzusehen. Ich beschloss sie von ihrem Elend zu erlösen.
„Hallo,
Steph.“
Ich
hielt ihr eine Hand hin, die sie eine Weile musterte als fragte sie sich ob
sich darunter eine Stange Dynamit versteckte. Dann jedoch griff sie zögernd
meine Hand und schüttelte sie.
„Hallo,
Mia.“ Ein hoffnungsvolles Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Und
hallo Hannes. Dass du immer noch ein Frosch bist tut mir leid. Aber irgendwie
ist die Geschichte schon recht früh außer Kontrolle geraten…“
Okay,
ich konnte ihr nicht böse sein. Nicht sehr zumindest. Das mit Phoenix nahm ich
ihr immer noch übel und die fliegenden Rauchninjas hätten auch nicht sein
müssen, aber sie hatte uns letztendlich geholfen. Außerdem sah sie so verloren
aus wie ich mich an meinem ersten Tag im NaNo-Land gefühlt hatte.
„Hey!“,
bemerkte ich erstaunt. „Wir sind beide totale Newbies!“
Mittlerweile
fühlte ich mich zwar nicht mehr so, da ich fast einen Monat lang das NaNo-Land
bereist hatte, aber mitgeschrieben hatte ich bisher keinen einzigen NaNo. Das
bedeutete ich war nicht besser als Steph.
„Wie
nennst du dich hier?“, fragte ich.
„Steph.
Was Namen angeht bin ich normalerweise wenig kreativ…“
„Genau
wie ich!“, sagte Blue.
Das
verstrickte uns alle eine ganze Weile in eine Unterhaltung über Namen. Wir
machten ein kleines Spiel daraus, indem wir zu allen möglichen Leuten gingen,
diesen auf die Schulter tippten und fragten wie sie hießen. Dabei kamen so seltsame
Namen wie Cloudsonfire oder It’s-a-kind-of-magic heraus, aber auch nette Namen
wie Gänseblümchen. Mein Liebling war jedoch der Autor, der sich Harakiri
genannt hatte. Wir amüsierten uns noch eine halbe Stunde danach prächtig
darüber wie passend das war.
„Weißt
du schon, was du während NaNo schreiben willst, Steph?“, fragte Blue sie
schließlich neugierig. „Genug Plotbunnys hüpfen hier ja rum.“
„Noch
nicht ganz… aber ich hätte da eine Idee für Band zwei von Mission Plotbunnys…“
„Nein!“,
schrien Blue und ich gleichzeitig.
„Alles
nur das nicht!“, fügte ich hinzu.
Ich
hatte genug Abenteuer für eine ganze Weile gehabt. Im November wollte ich mich nur
aufs Schreiben konzentrieren, und nicht schon wieder irgendwo in der Gegend
rumrennen und das NaNo-Land retten. Das konnte jemand anderes übernehmen.
Die
Party verging schneller als gedacht sobald wir angefangen hatten Spaß zu haben.
Schon bald war die Nacht beinah vorbei und ich lehnte müde aber glücklich am
Geländer eines Balkons, um mir den Sonnenaufgang anzusehen.
„Du,
Mia…“ Hannes war von meiner Schulter auf das Geländer gehüpft.
Das
fand ich sehr mutig, wie ich zugeben musste, denn das Geländer war nicht
besonders breit. Vielleicht war es da praktisch wenn man klebrige Füße hatte.
„Was
ist?“
Meine
Augen fielen mir schon beinah zu und ich hatte Mühe ein Gähnen zu unterdrücken.
Egal wie lange diese Feier noch ging, ich würde mich bald auf den Weg ins Bett
machen.
„Willst
du eigentlich wissen was ich damals sagen wollte als ich Steph hervorgelockt habe?“
Er
hörte sich unheimlich nervös an und ich fühlte mich auf einmal hellwach.
„Ich
bin eine sehr neugierige Person. Natürlich würde ich das gerne wissen. Aber
Steph hat gesagt im Plot würde etwas ganz anderes stehen…“
„Steph
ist genauso ein Charakter wie wir. Sonst hätte sie nicht ins NaNo-Land kommen
können“, meinte er nur. „Sie weiß auch nicht alles.“
Eine
Weile sahen wir nur beide zu wie der Horizont immer heller wurde als sich die
Sonne langsam ihren Weg über den Himmel suchte, um uns den Tag zu bringen.
„Was
ich dir damals sagen oder eher nicht sagen wollte ist der Grund weshalb ich
mitgekommen bin. Auf die ganze Reise, meine ich.“ Er stockte wieder, holte tief
Luft und stieß dann in einem einzigen Atemzug aus. „Ich habe mich in dich
verliebt.“
Oh je.
Ich konnte nicht sagen, dass ich damit nicht gerechnet hatte, denn wirklich
überrascht war ich nicht. Das hieß nicht, dass ich damit gerechnet hatte, dass
Hannes mir sowas sagen würde.
„Du
kennst mich keine zwei Wochen!“, protestierte ich.
„Schon…
aber ich mochte dich schon als du in mein Zimmer gestürzt kamst, verfolgt von
durchgedrehten Möbeln.“ Er gestattete sich ein Lächeln. „Ganz zu schweigen
davon, dass du die erste seit langem warst, die mich angeschrien hat. Das war
irgendwie erfrischend. Und das Gefühl ist nur schlimmer geworden je länger ich
dich kenne.“
„Ich
weiß nicht was ich dir jetzt sagen soll…“, meinte ich, ein wenig verzweifelt.
Mir
hatte noch nie jemand gesagt, dass er in mich verliebt war. Vor allem hatte ich
noch niemandem einen Korb geben müssen. Oder wollte ich ihm einen Korb geben?
Ich wusste doch selbst nicht ob ich überhaupt etwas für ihn empfand. Zwei
Wochen waren, meiner Meinung nach, einfach zu wenig, um dazu etwas sagen zu
können, vor allem wenn die nur damit verbracht worden waren vor Rauchninjas und
anderen Kreaturen und Situationen zu fliehen.
Er
seufzte nur als hätte er mit dieser Antwort gerechnet. „Kannst du es vielleicht
wenigstens versuchen? Mich zurückzuküssen, meine ich? Vielleicht reicht es ja
wenn ich in jemanden verliebt bin…“
Die
Vorstellung einen Frosch zu küssen, selbst wenn es Hannes war, war mir immer
noch nicht geheuer. Allerdings war er ein Freund, auch wenn ich vielleicht
nicht in ihn verliebt war. Zumindest versuchen musste ich es.
„Na
gut. Ein Kuss. Aber sei nicht böse wenn es nicht funktioniert“, warnte ich.
„Und das heißt auch nicht, dass ich in dich verliebt bin oder sowas.“
Er
nickte eifrig.
Okay,
von allem was ich die letzten Tage gemacht hatte, war das hier mit Abstand das
Verrückteste. Ich dürfte gar nicht darüber nachdenken, dass ich im Begriff war
einen Frosch zu küssen.
Keinen
Frosch, ermahne ich mich. Hannes. Das war etwas ganz anderes. Naja, technisch
gesehen vielleicht nicht, aber praktisch gesehen… auch nicht. Mist.
Ich
versuchte nur auf seine Augen zu sehen, die zwar auch aussahen wie die eines
Frosches, aber irgendwie auch wieder nicht. Man konnte so viel mehr Emotionen
darin erkennen, dass sie fast menschlich schienen. Es gab bestimmt irgendwo im
NaNo-Land einen Menschen mit Froschaugen.
Ich
beugte mich vor, zielte auf seinen Mund, schloss die Augen und küsste ihn.
So
schnell wie möglich zog ich meinen Kopf wieder zurück und wischte mir die
Lippen ab. Dann öffnete ich die Augen, um ihn anzusehen, obwohl ich mich davor
fürchtete zu sehen was passiert war.
Hannes
war immer noch ein Frosch.
„Mist.“
„Das
kannst du laut sagen“, meinte er.
Allerdings
sah er nicht unbedingt traurig aus. Ein wenig enttäuscht, aber trotzdem
zeichnete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht ab.
„Warum
so fröhlich? Es hat nicht funktioniert“, meinte ich.
Es
sei denn man sah es von einer anderen Perspektive. Es hätte auch sein können,
dass er sich, auf dem Geländer sitzend, in einen Prinzen zurückverwandelt hatte
nur um dann in den Tod aus dem 30. Stock zu stürzen. Das wäre auch nicht gerade
ein Happy End gewesen, da seine Freude darüber ein Mensch zu sein genau bis zum
Aufschlag auf dem Asphalt angehalten hätte. Das hätten wir vielleicht vorher
bedenken sollen.
„Wieso
sollte ich nicht fröhlich sein? Das Mädchen, das ich mag, hat mir gerade einen
Kuss gegeben. Auch wenn das, zugegebenermaßen, eher ein Mitleidskuss war als
alles andere.“
Okay,
aus der Perspektive…
„Wir
könnten das ja alle paar Wochen wieder versuchen, in der Hoffnung, dass es
irgendwann funktioniert…?“, schlug er vor und legte den Kopf schief.
Ich
kannte ihn mittlerweile gut genug um zu wissen, dass er das breiteste Grinsen
trug, das ihm möglich war.
„Vergiss
es“, erwiderte ich, allerdings ebenfalls grinsend. „Falls ich es mir je anders
überlege, lasse ich es dich wissen.“
„Einen
Versuch war es wert.“
Er
wandte sich wieder dem Horizont zu, über dem der erste Streifen Licht zu sehen
war. Ich drehte mich ebenfalls in die Richtung, nur um mir die Augen zu reiben.
War das… das konnte nicht sein! Ich musste schon eingeschlafen sein und
träumen. Das würde auch erklären warum ich gerade einen Frosch geküsst hatte.
„Nein…
unmöglich… Die Oberin im Kloster hat doch gesagt die wurden seit Jahrhunderten
nicht mehr gesehen!“, rief auch Hannes.
Trotzdem
ließ sich nicht leugnen was wir von unserem Aussichtspunkt aus beobachten
konnten. Das musste ein Zeichen dafür sein, dass wir in der nächsten Zeit Glück
haben würden. Ein auf einem
Heiligenschwein reitendes Undda – man erinnere sich, immerhin ein heiliges
Wesen – flog über den Horizont und zog hinter sich einen Farbschweif her. Das
musste einfach ein Glücksbringer sein.
Es
dämmerte nun und der Himmel verfärbte sich von einem dunklen Schwarz in ein
stählernes grau. Im Osten sahen wir ein gelbes Schwein, das den Himmel blau
färbte.
ENDE
Mittwoch, 7. Januar 2015
68. Kapitel
Wir
standen frierend mitten auf dem Flugplatz. Um uns herum versuchten die
Pilzizisten die nun immer mutiger werdenden Leute von uns fernzuhalten.
Jeder
von uns hatte seine gesamte Ausrüstung dabei, Waffen, Kraftpillen und
Ähnliches. Alle waren wir unheimlich angespannt – außer vielleicht Freundschaf,
das seelenruhig auf einem Büschel Gras kaute. Wo es das schon wieder herhatte
war mir ein Rätsel, denn wir standen mitten auf der Rollbahn. Starlight stand
ein wenig abseits. Sie würde uns nicht in den Hubschrauber begleiten, hatte
aber darauf bestanden als moralische Unterstützung anwesend zu sein. Der Wind,
der uns um die Ohren wehte, war kalt und ging bis unter die Haut. Hoffentlich
würde sich Lurz‘ Freund beeilen.
„Hört
ihr auch was?“, fragte plötzlich Blue. Er hatte den Kopf zur Seite geneigt und
lauschte. „Das kann nicht… oder doch?“
Ich
spitzte ebenfalls die Ohren, doch noch war nichts zu hören. Dann, wie aus
weiter Ferne, hörte ich was er meinte. Von dem großen Gebäude hinter uns
näherte sich ein seltsames Geräusch.
lol ---- lol ---- lol
Erst
langsam, dann immer schneller werdend drang der Lärm der Rotorblätter zu uns
herunter.
lol lol lol lolololololol... bis
sich der Klang schließlich zu einem ausgewachsenen rofl rofl rofl rofl erhob und der Rofl-Copter schließlich
majestätisch über unseren Köpfen davon flog. Er drehte eine Ehrenrunde, während
der wir ihn ausgiebig betrachten konnten.
„Das
darf doch nicht wahr sein“, murmelte ich nur.
„Töte
mich jetzt, bevor ich in das Teil einsteigen muss“, bestätigte Blue meine
Gedanken.
Erstens
war das Teil knallrosa. Von den Kufen bis zu den Rotorblättern war jedes
kleinste Bisschen des Rofl-Copters leuchtend rosa. Der Name Rofl-Copter war in dunklem Rot auf beide
Seiten gemalt. Ansonsten hatte es eher eine militärische Aufmachung. Es war
recht groß und an beiden Seiten befanden sich Schiebetüren. Das rofl rofl rofl rofl klang mir in den
Ohren.
„In
dem Ding sollen wir fliegen?!“, fragte Blue entsetzt. „Ich werde mich nie mehr
in der Öffentlichkeit sehen lassen können!“
„Was würde ich jetzt für das Meteorauto mit
Schweinwerfer geben“, grummelte ich.
Das rofl rofl rofl wurde immer leiser, ging
wieder in ein lol lol lol lol lol über,
bis die Rotorblätter schließlich zum Stillstand kamen. Ein schmächtiger Mann
stieg aus und kam auf uns zu.
„Hallo,
ich bin Alex!“, meinte er gut gelaunt und hielt uns die Hand hin.
Meine
Oma schüttelte sie mit einem Lächeln und stellte sich vor. Keiner von uns
anderen war dazu in der Lage. Wir starrten immer noch mit offenen Mündern auf
den Rofl-Copter.
„Hallo,
ich bin Marga. Das da sind Blue, Mia, Starlight, Freundschaf und der Frosch auf
Mias Schulter ist Hannes. Außer Starlight kommen wir alle mit. Es ist
unheimlich nett von Ihnen, dass sie uns mitnehmen wollen.“
„Lurz
hat mir schon viel von Ihnen erzählt“, meinte er zu meiner Oma, während ich
versuchte meine Sprache wiederzufinden.
„Oh,
hat er?“ Sie wurde tatsächlich rot. Dann räusperte sie sich und versuchte das
Thema zu wechseln. „Womit fliegt der?“, wollte sie wissen und deutete auf den
Rofl-Copter.
„Der
Copter fliegt mit Alkohlol“, erklärte Alex. „Das entsteht wenn Leute
angeheitert sind wenn sie was getrunken haben, also gibt es davon immer genug.“
Alkohlol?
Das erklärte schon mal das seltsame Geräusch der Rotorblätter.
„Also,
sollen wir? Diese Plotbunnyinvasion hat lange genug gedauert!“ Alex stieg
zurück in den Rofl-Copter und wartete darauf, dass wir ihm folgten.
Zusammen
mit Blue hievte ich Freundschaf in den Copter und half meiner Oma beim
Einsteigen. Ich konnte nicht fassen, dass wir versuchen würden in so einem Teil
die Welt zu retten.
lol ---- lol ---- lol,
machten die Rotorblätter als sie angelassen wurden. lol lol lol lolololololol, ging es weiter, bis das Geräusch wieder
in seinem charakteristischen rofl rofl
rofl rofl rofl rofl endete und wir langsam an Höhe gewannen. Unter uns
begannen die Menschen immer kleiner zu werden. Auch die Plotbunnys, die vor den
Toren des Flugplatzes warteten, waren eine einzige Masse. Von weit oben
beobachteten wir wie der Zaun, der das Gelände umgab, nachgab und sich die
Bunnymassen auf die Rollbahn ergossen. Die Schaulustigen stoben auseinander,
verfolgt von kleinen, hüpfenden Punkten in verschiedenen Farben. Selbst aus
diesem Blickwinkel sahen die Hasen unglaublich flauschig aus.
„Ich
glaube nicht, dass wir unbeschadet wieder in Technopolis landen können falls
unsere Mission schiefgeht“, bemerkte ich.
Ich
dachte an Starlight, die auf dem Boden zurückgeblieben war. Die Chance war
groß, dass sie gerade ebenfalls von Plotbunnys überrannt wurde.
„Steph,
bist du soweit?“, rief Marga über den Lärm der Rotorblätter.
„Äh…“
Die
Stimme unserer Autorin war kaum zu hören. Entweder lag das an dem Lärm der
Rotorblätter, oder daran, dass sie sich immer noch nicht sicher war, ob sie uns
helfen sollte oder nicht.
Blue
wurde immer weißer im Gesicht je höher wir kamen. Mittlerweile klammerte er
sich an seinem Sitz fest. Solange uns nichts dazwischenkam, würde er sich
vielleicht nicht einmal einmischen müssen und könnte den ganzen Flug über seine
Augen geschlossen halten. Natürlich blieb dieser Wunsch unerfüllt. Plötzlich
war der Himmel stark bevölkt. Überall fielen Fallschirme, an denen Rauchninjas
hingen. Zwei andere Helikopter – schwarz natürlich, genau wie die Fallschirme –
flogen auf jeder Seite von uns. Es gab ein metallisches Klingen als mehrere
Shuriken in der Seite unseres Rofl-Copters stecken blieben.
„Geben
die denn nie auf?!“, schrie Blue.
Ich
hatte meine eigenen Vermutungen was die Ninjas anging. Ihr Anführer müsste
mittlerweile hinter Gittern sitzen, oder sich zumindest auf der Flucht
befinden, sodass er sie wohl kaum hinter uns herschicken konnte. Außerdem war
seine Mission sowieso gescheitert, da Mr. Ian Woon von seinem Plan wusste. Dass
wir die Plotbunnyinvasion aufhalten wollten, sollte ihm mittlerweile egal sein.
Meine
Vermutung ging eher in die Richtung, dass Steph sich wünschte wir würden die
Grenze zur Realität nicht erreichen. Sie hatte zwar zugesagt, dass sie uns
helfen würden, aber sie hatte eindeutig Skrupel. Ich glaubte eher, dass sie es
war, die uns gerade versuchte aufzuhalten.
„Steph,
lass den Mist!“, rief ich ihr zu.
„Was
meinst du?“
„Du
müsstest gerade meine Gedankengänge geschrieben haben, also weißt du genau was
Sache ist. Lass die Ninjas verschwinden!“, versuchte ich sie umzustimmen.
„…wenn
ihr es schafft trotz denen zur Realitätsgrenze zu kommen, dann helfe ich euch
auf jeden Fall“, meinte sie nach einer langen Denkpause.
Na
super. Das bedeutete, dass es von hier an nur noch schlimmer werden würde. Ich
hatte leider Recht. Je höher wir kamen, desto mehr Ninjas landeten auf unserem
Rofl-Copter. Einer der Ninjas verfing sich mit seinem Schirm in den
Rotorblättern und stürzte als schwarzer, schreiender Punkt zur Erde. Sein
Fallschirm blieb leider in den Rotorblättern stecken. Deshalb machte der
Rofl-Copter einen Satz und begann an Höhe zu verlieren.
„Nein!
Wir müssen es nach ganz oben schaffen!“, schrie ich Alex zu.
Blue
war mittlerweile eher grün als blass und übergab sich aus der einen Tür des
Hubschraubers Richtung Erde. Ich hoffte da unten stand keiner.
Okay,
mir war jetzt offiziell alles egal. Ich griff nach der Feder um meinen Hals bis
sie leuchtete und begann mich zu konzentrieren. Was auch immer es mich an
Lebenskraft kosten würde, das war es wert. Der ganze Rofl-Copter wurde in ein
warmes Licht getaucht, das von der Feder ausging. Es breitete sich weiter und
weiter aus, bis es das Rotorblatt erreicht hatte, in dem sich der Fallschirm
verfangen hatte.
„Mia!“,
rief Hannes mir ins Ohr. „Was tust du da? Das kostet dich zu viel Kraft!“
Er
versuchte mit seinen Fingern die Feder zu erreichen, vermutlich um sie mir
abzunehmen, doch seine Froscharme waren zu kurz. Außerdem musste er sich
gleichzeitig an meinen Haaren festhalten, um nicht vom Fahrtwind davongeweht zu
werden. Wie durch Magie – natürlich war es Magie! – begann sich der Stoff des
Fallschirms zu entfalten, die Schnüre entwirrten sich und das Teil fiel als
Stoffballen Richtung Boden. Sofort begann der Rofl-Copter wieder an Höhe zu
gewinnen.
Ich
spürte wie ein gewaltiger Teil meiner Lebenskraft sich verflüchtigte. So ein
Mist. Das mussten zwischen sechs Monate und ein Jahr gewesen sein. Aber wenn es
dazu führte, dass wir das NaNo-Land retten konnten, war es das wert, oder? Oder?
„Verdammt,
ich hätte nicht gedacht, dass du das tust“, beschwerte sich Steph.
„Du
hast mir keine Wahl gelassen!“, giftete ich. „Und jetzt beweg verdammt nochmal
deinen Hintern hier rüber!“
Wir
hatten genau den Punkt erreicht, an dem sich die Grenze zur Realität befinden
sollte. Der Hubschrauber hielt sich auf der Stelle, während zu beiden Seiten
immer noch Ninjas vom Himmel fielen. Konnte unsere Autorin das nicht lassen?
Vielleicht hoffte sie, dass sich noch ein Ninjas in den Rotorblättern
verhedderte. Die hatte aber auch einen Charakter-Verschleiß.
„Also,
wir haben es geschafft. Halt dein Versprechen. Bitte“, keuchte Blue.
Anscheinend
hatte sein Magen alles hergegeben, was er hatte, denn Blue klammerte sich nur
noch an eine Stange und versuchte nicht umzufallen. Meine Oma war damit
beschäftigt alle Ninjas mit ihrem Regenschirm so weit vom Rofl-Copter
wegzustoßen wie möglich. Ihre abgetrennte Hand saß auf ihrem Kopf, um den lila
Samthut festzuhalten, der ständig in Gefahr war weggeweht zu werden. Hannes
krallte sich in meine Haare und Fluffles schien von dem ganzen Theater wenig mitzubekommen,
denn es schlief in meiner Brusttasche. Freundschaf hatte sich den ganzen Flug
über nur unter einer Sitzbank versteckt. Warum es unbedingt hatte an Bord
kommen wollen, wusste ich nicht genau. Es tat eh nichts. Dann wiederum hatte es
die ganze Reise über nicht viel gemacht, außer das eine Mal als es den König vom
Geiersein erlöst hatte.
„Steph!“,
wütete ich. „Komm her, jetzt sofort!“
„Na
gut, na gut. Ich trage mich ein.“
Eine
Minute war es still. Ich stellte mir vor wie Steph sich bei NaNoWriMo
anmeldete. Wenn sie es sich nicht doch anders überlegt hatte und versuchte uns
durch Schweigen dazu zu bringen umzukehren. Es gab tausend Wege wie sie uns
jetzt noch sabotieren konnte. Sie könnte den Rofl-Copter abstürzen lassen,
damit wir starben. Sie könnte einfach so lange warten bis uns der Alkohlol
ausging und wir landen mussten, nur um dann von Bunnys überrannt zu werden.
Als
ich gerade dachte, dass sie sich wirklich für eine dieser Möglichkeiten
entschieden hatte, geschah es. Ein Lichtblitz erhellte den Himmel, vor dem nun
weniger Ninjas fielen. Einige wenige der schwarzen Gestalten taumelten noch zur
Erde, dann folgten keine mehr. Etwas wie ein Spalt hatte sich aufgetan, der
sich über mehrere Dutzende Meter erstreckte.
„Da!“,
schrie ich.
Dann
jedoch sah ich, dass wir ein Problem hatten. Wir befanden uns etwa hundert
Meter entfernt von der Grenze zur Realität. Vielleicht waren die Angaben im
Buch nicht ganz genau gewesen. Vielleicht waren wir abgetrieben. Fakt war, dass
wir den Spalt so nie erreichen könnten bevor er sich wieder schloss – was laut
Buch in nicht einmal einer Minute sein würde.
„Kannst
du näher ranfliegen?“, rief ich Alex zu.
„Nein!“,
schrie der zurück. „Dort fallen noch die meisten Ninjas. Einer könnte uns treffen!“
Mist.
Jetzt waren wir kurz vorm Ziel, nur um an so etwas zu scheitern. Tränen der
Verzweiflung brannten in meinen Augen, die ich nicht von der Grenze zur
Realität nehmen konnte.
„Das
Automobil wäre jetzt praktischer.“ Blue rappelte sich stöhnend auf. „Dann
hätten wir jetzt exzellente Schweinwerfer zur Verfügung.“
„Natürlich!“,
kreischte ich. „Blue, du bist ein Genie!“
„Ach
echt?“, fragte er ehrlich verwirrt. „Das hat mir bisher noch keiner
vorgeworfen.“
Ich
kramte in meinem Rucksack, bis sich meine Hände um etwas Weiches schlossen. Das
rosa Plüschschwein, das ich gestern vom Unfallort hatte mitgehen lassen, kam
zum Vorschein. An diesem befestigte ich so gut wie möglich die Phiole mit den
NaNo-Bots und dem gruppalen Infekt. Dann spannte ich das Ganze in meinen Bogen
ein.
„Das
ist nicht dein Ernst“, meinte Blue, der für einen Augenblick seine Übelkeit
vergessen zu haben schien.
Auch
meine Oma hatte aufgehört Ninjas mit dem Regenschirm zu pieksen und sah mir mit
aufgerissenen Augen zu.
„Warum
das Schwein?“, fragte Blue. „Warum kannst du nicht einfach so schießen?“
Da
er mich in meiner Konzentration störte, antwortete ich schnell. „Ein Gewicht
könnte gegen den Wind helfen. Außerdem treffe ich irgendwie besser wenn ich mit
seltsamen Sachen schieße.“
„War
mir noch nicht aufgefallen“, grummelte er und hielt sich die Stelle seines
Kopfes, wo ihn auf dem Piratenschiff die Feige getroffen hatte.
Ich
blendete alles andere aus und konzentrierte mich nur noch auf den Spalt zur
Realität. An den Seiten begann das Leuchten bereits zu schwinden und er zog
sich immer mehr zusammen. Jetzt oder nie. Ich atmete aus und ließ den Pfeil,
auf dem das Schwein aufgespießt war, aus der Sehne schnellen. Nun konnte ich
nur noch verfolgen wie er durch die Luft sirrte, hin und her geworfen von den
Böen des Windes.
Das
Loch zur Realität schloss sich immer schneller, während der Pfeil auf es
zuflog. Es war nur noch wenige Meter groß. Dann verschwand es vollständig – und
der Pfeil ebenfalls. Das rosa Schwein wurde geschluckt.
„Hat
es… hat es funktioniert?“, fragte Blue ungläubig.
„Natürlich
hat es funktioniert. Sonst würde man das Schwein fallen sehen.“
Meine
Stimme zitterte wie verrückt und ebenso meine Beine. Ich sackte neben Blue auf
den Boden. Nie wieder würde ich mich rühren können. Nie wieder. Das war einfach
zu viel Aufregung gewesen.
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