Mittwoch, 3. Dezember 2014

33. Kapitel



„Leidgarde?“, fragte ich, um das unangenehme Schweigen zu brechen, das beim Abgang des Könlings entstanden war.
„Ist praktisch die Jobbeschreibung“, erklärte der Wachmann. Seine Mundwinkel zuckten, was wohl bedeutete, dass es nur eine halb ernst gemeinte Jobbeschreibung war. „Ist das eine echte Robbe?“, fragte er im Gegenzug. „Ich hätte schwören können, dass ich sie vorhin atmen gesehen habe.“
„Jap. Das sind die magischen heiligen Robben aus dem Tempel der Sheba, Göttin der flinken Finger“, informierte ich ihn. „Und das ist Freundschaf.“
„Mäh“, machte Freundschaf.
Der Wachmann starrte es einige Sekunden lang an, dann räusperte er sich. „Sollen wir dann mit der Führung beginnen? Oder wollt ihr lieber gleich eure Gemächer beziehen?“
Blue und ich sahen uns an. „Die Zimmer beziehen“, sagten wir unisono.
„Dann erzähle ich euch nur auf dem Weg wo wir vorbeikommen.“
Das schien ein guter Kompromiss zu sein und wir verließen den Theosaal durch dieselbe Tür wie der Könling.
„Gleich hier direkt vor dem Theosaal gehen ein paar Türen ab. Eine Tür führt zur räudigen Küche, die andere zum Schlafzimmer des Könlings und diese zum Zimmer seines Sohnes. Und ja, die Küche ist echt fies“, sagte er nachdem er meinen ungläubigen Blick gesehen hatte. „Da würde ich nicht hingehen wenn es sich vermeiden lässt.“
Da sich in der Küche die Sache mit dem Gift ereignet hatte, würde es sich wohl nicht vermeiden lassen. Aber vielleicht ließ es sich ja aufschieben.
Auf dem Weg zu unseren „Gemächern“, wie der Wachmann sie nannte, gab es noch einige Türen zu sehen. Ich würde mir niemals merken können wo die alle hinführten und welche man möglichst vermeiden musste und begann nach etwa fünf Minuten nicht mehr zuzuhören.
Als wir endlich unsere Zimmer erreichten war ich einfach nur erleichtert. Blues und meine Räume lagen direkt nebeneinander und waren außerdem durch eine Tür verbunden.
„Ist das nicht unpraktisch?“, fragte ich den Wachmann. „Wenn man gerade nicht will, dass der Zimmernachbar durchgeht, aber beide einen Schlüssel haben…“
„Oh, es ist eine Doppeltür. Nur wenn beide die Tür auf ihrer jeweiligen Seite aufgeschlossen haben gibt es einen Durchgang. Er wurde allerdings erst entdeckt als diese Zimmer restauriert wurden. Davor stand ein Schrank davor. Da es sich hierbei um die Gemächer von Könling Eduard und seiner heimlichen Geliebten Kunigunde gehandelt hat war die Gerüchteküche ganz schön am Brodeln als diese Entdeckung gemacht wurde.“
„Aha.“
Ehrlich gesagt waren mir Könling Eduard und Kunigunde ziemlich Wurscht. Was mich interessierte war das Himmelbett, das ich durch die offene Tür erspäht hatte.
„Falls Sie jetzt schon ins Bett gehen, wünsche ich eine gute Nacht. Falls Sie vorher anfangen Ihre Nachforschungen anzustellen, wünsche ich viel Erfolg.“ Der Wachmann übergab uns die Zimmerschlüssel, verbeugte sich und ging.
Im rechten Zimmer auf dem Himmelbett lag mein Rucksack, also nahm ich an, dass es meins sein sollte. Blue hatte seinen schon im Nebenzimmer erblickt und war bereits durch die Tür verschwunden.
„Und wohin willst du?“, fragte ich Freundschaf.
„Mäh“, machte Freundschaf und ging vor mir ins Zimmer.
Das erste Mal fiel mir auf, dass ich nicht einmal wusste, ob Freundschaf männlich oder weiblich war. Wenn ich es so betrachtete, war es mir egal. Es war eben Freundschaf, nicht mehr und nicht weniger.
Das Zimmer war in Rot- und Goldtönen gehalten. An den Wänden wechselten sich die beiden Farben in regelmäßigen Abständen ab und waren aus Brokat, das mit Rankenmuster versehen war. Die Lampe des Zimmers war natürlich ein goldener Kronleuchter, der mich ein wenig an den in der Nachtschicht erinnerte, auch wenn diese Kristalle mit ziemlicher Sicherheit echt waren. Das Himmelbett war so groß, dass mindestens fünf Leute darin Platz haben würden. Die Vorhänge, die es zu allen Seiten umgaben, waren aus weißem Stoff, der fast durchsichtig schien und beim leichtesten Luftzug hin und her wehte.
Auf dem Nachttisch neben dem Bett fand ich zu meiner großen Freude meinen Bogen, den Köcher mit Pfeilen und das dreiklinkige Messer. Letzteres steckte ich mir sofort wieder in die Hosentasche.
Auf einmal begann es zu klopfen. Ich zuckte zusammen, erinnerte mich dann aber an die Eduard-Kunigunde Tür. Erst der zweite Schlüssel, den ich ins Schloss steckte, funktionierte und direkt vor mir stand Blue, der seine Tür von der anderen Seite aus geöffnet hatte.
„Ganz schön riesig die Zimmer hier“, meinte er.
In der Hand hielt er sein heißgeliebtes Schwert. Da es mir zu blöd war einfach nur in der Tür herumzustehen ging ich zurück in mein Zimmer und hockte mich auf den Teppich. Blue folgte mir, zögerte aber als ich Fluffles aus meiner Tasche zog, es vor mich auf den Boden setzte und ihm ein Blatt Wortsalat vorsetzte.
„Du bist echt unmöglich“, kommentierte Blue das Ganze.
Wenn das alles war, was er zu meinem Plotbunny zu sagen hatte, dann war ich erleichtert. Ich hatte ehrlich gesagt erwartet, dass er mit dem Schwert auf mein Bunny-Baby losgehen würde.
Während mein Bunny glücklich seine Wörter mümmelte, begann das Tageslicht mehr und mehr zu schwinden und dafür breitete sich die flackernde Helligkeit der entzündeten Fenster aus. Fasziniert ging ich zu meinem Fenster und berührte vorsichtig das Glas, das ein seltsames Licht auszuströmen schien, sodass es aussah als sei es entzündet. Außerdem bestand es aus vielen bunten Glassteinen. Das viel zu helle Bunt fiel vielfach gebrochen durch das Lichtglasfenster, sah dabei aber so schön aus, dass ich es länger betrachten wollte.
Ich setzte mich auf eins der rot-goldenen Sofas, die direkt darunter standen. Da die Fenster bis fast auf den Boden reichten, konnte ich immer noch hindurchschauen ohne aufzustehen.
Plötzlich huschte ein milchiger Schemen über die Glasscheibe. Ich versuchte ihn mit dem Finger zu fangen, doch er wechselte den Platz auf der Scheibe.
„Was ist das für ein Ding?“, fragte ich Blue.
Der war neben mich getreten, obwohl er sich immer wieder nach Fluffles umdrehte, als könnte das Bunny gleich einen Fluchtversuch starten.
„Das sind Scheibengeister“, erklärte er. „Das sind zum Beispiel die kleinen Viecher, die sich im Gewächshaus immer an die Brille klammern, sodass man nichts mehr sieht. Vor allem im Winter sind die echt nervig.“
Jetzt erst erinnerte ich mich daran dass Blue ein Brillenträger war. Bisher hatte ich ihn nur einmal ohne Brille gesehen, und zwar am ersten Morgen in der Drachenschenke.
Ein plötzliches Rascheln hinter mir ließ mich herumfahren.
„Keine Sorge. Das waren nur Mäuse. Du glaubst doch nicht etwa an den Polstergeist, oder?“
Lachend schlug ich mit einem Sofakissen nach ihm.
„Der einzige Polstergeist hier bin ich!“

Dienstag, 2. Dezember 2014

32. Kapitel



„Wurdet Ihr nicht durchsucht bevor Ihr meinen Theosaal betreten habt?!“
Naja, ich hatte vielleicht vergessen diese ganz spezielle Tasche zu leeren. Und die Wachmänner hatten sich vielleicht nicht getraut meine Brusttasche abzutasten.
„Ähm, das ist Fluffles“, brachte ich nur zur Erklärung heraus.
Nicht nur der Könling und sämtliche Mitglieder seiner Garde sahen mich an als wäre ich der Teufel in Person, sondern auch Blue. Er war sogar einen Schritt zurückgewichen.
„Seit wann hast du das Vieh schon?“, fragte er ungläubig.
„Das ist kein Vieh, das ist Fluffles“, herrschte ich ihn an. „Das ist das Bunny, das du in der schwingenden Stadt k.o. geschlagen hast. Ich konnte es doch nicht einfach da liegen lassen! Ohne mein Eingreifen wäre es gestorben!“
„Die Viecher können nicht sterben!“, meinte Blue. „Wann kapierst du das endlich?“
„Können sie wohl! Du hast Lurz doch gehört! Einige verblassen schneller als andere. Der hier hätte ohne mich keine Tag mehr überlebt!“, korrigierte ich ihn.
„Das wäre vielleicht ganz gut gewesen!“, schrie Blue mich an. „Dann wäre es jetzt ein verdammtes Bunny weniger!“
„Das ist aber nicht irgendein Bunny!“, schrie ich zurück. „Das ist MEIN Bunny! Das Bunny, dessen Geschichte ich im November schreiben werde!“
Blue hatte bereits Luft geholt und mir eine Erwiderung entgegenzuschreien, als sich der Könling erhob. „RUHE IN MEINEM THEOSAAL!“, brüllte er.
Ich zuckte zusammen und auch Blue klappte seinen Mund zu. Der Könling wäre eine beeindruckende Erscheinung gewesen, wenn nicht seine Krone verrutscht gewesen wäre und ihm über das rechte Ohr hängen würde.
„Dieses Plotbunny… heißt Fluffles?“ Die Stimme des Könlings zitterte ein wenig und er klang mehr verdutzt als wütend. Das sah ich mal als gutes Zeichen.
„Ja, eure Majestät.“
„Und es tut nichts?“
„Außer Schlafen und Wortsalat futtern nicht, nein.“ Bei der Erwähnung des Wortsalats zuckte es in seinem Gesicht, also fühlte ich mich genötigt hinzuzufügen „Aber den Wortsalat fabriziere ich selbst und es frisst nur den.“
Der ganze Theosaal hielt den Atem an. Sogar Fluffles hörte auf sich zu putzen und sah den Könling mit schiefgelegtem Kopf und riesigen Augen an.
„Und es bleibt nur in deiner Tasche?“
„Ja, eure Majestät.“
„Dann…“ Er schluckte. „Dann darf es bleiben. Aber wenn ich es nur einziges einmal im Schloss herumhoppeln sehe, wird es rausgeworfen!“
„Ja, eure Majestät. Was war nochmal das Problem, das Ihr habt, eure Majestät?“
Jetzt war ich besser noch höflicher als vorher, sonst wurde Fluffles mir doch noch weggenommen werden – oder ich mit ihm zusammen rausgeschmissen, denn mein Bunny aufgeben würde ich bestimmt nicht. Nicht ohne einen Kampf zumindest. Vielleicht war es doch gut, dass sie mir mein dreiklinkiges Messer weggenommen hatten.
„Mein Problem. Natürlich“, murmelte der Könling. Er nahm wieder auf seinem Thron Platz, richtete seine Krone und räusperte sich. „Mein Problem ist, dass mich jemand umbringen will. Wenn ihr herausfindet wer und ihn aufhaltet, bekommt ihr euren Besuch in der Schatzkammer.“
Er versuchte Augenkontakt mit mir zu halten, doch sein Blick huschte immer wieder zu Fluffles, das gerade ausgiebig gähnte und sich wieder in meiner Tasche zusammenrollte. Das war ja was. Seine Paranoia war vielleicht gar keine Paranoia, sondern einfach eine Mischung aus Vorsicht und Furcht. Dann wiederum war das auch nichts anderes als Paranoia, nur dass diese hier begründet zu sein schien.
„Einverstanden, eure Majestät. Dazu müssten wir wissen was bisher passiert ist. Das könnte uns Hinweise geben mit wem oder was wir es zu tun haben, eure Hoheit.“
Mist! Jetzt brauchten wir Phoenix. Immerhin war sie hier die Krimiautorin, wie sie uns erzählt hatte. Ich war im Fantasybereich einzuordnen und Blue ebenfalls. Aber versuchen mussten wir es wohl, denn Phoenix war in der Horrorgegend.
„Selbstverständlich“, sagte der Könling. „Nun, beim ersten Versuch vor etwa einer Woche wurde mir Gift ins Essen gemischt. Das würde glücklicherweise bemerkt, weil die Katze der Köchin versehentlich einen Bissen davon gegessen hat.“ Er rutschte auf seinem Thron hin und her. „Ich schulde ihr jetzt eine neue Katze.“
„Es hat noch mehr Versuche gegeben?“, hakte ich nach.
„Oh ja. Beinah wäre ein Kronleuchter auf mich gefallen als ich vorüberging, vor drei Tagen. Zum Glück hat ein Mann meiner Leidgarde mich zur Seite gestoßen. Er liegt mit gebrochenen Beinen im Krakenhaus in der schwimmenden Stadt, weil der Kronleuchter ihn erwischt hat.“
Memo an mich: nichts anfassen was der Könling bekommen würde und niemals länger als nötig in seiner Nähe sein. Den Begriff „Leidgarde“ ignorierte ich jetzt erstmal.
„Das dritte Mal war gestern, als ich mich für einen Spaziergang nach draußen begeben hatte um das Beet zu inspizieren, das bei einer Plotbunnyattacke zerstört wurde. Dabei wurde auf mich geschossen.“
„Wer wurde getroffen?“, rutschte mir heraus bevor ich mir auf die Zunge beißen konnte.
„Niemand“, meinte der Könling spitz. „Obwohl der Brunnen beschädigt wurde. Ein Stück vom Arm der Figur wurde abgeschossen.“
„Also drei Versuche“, murmelte ich.
Das hörte sich wirklich an als wollte ihn jemand tot sehen. Außerdem war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Täter es erneut versuchen würde, und zwar ziemlich bald.
„Alles klar. Wir werden uns der Sache annehmen und…“
„Bruder!“, rief plötzlich eine Stimme mit theatralischem Unterton und eine Seitentür flog auf. „Ich wurde tatsächlich gebeten mich durchsuchen zu lassen!“, beschwerte sich eine Frau in einem viel zu engen Kleid und mit einer komischen Frisur.
Durch die Tür hinter ihr lugten die Wachen, die bereits versucht hatten mich zu durchsuchen, sowie eine Dienerin, die sie anscheinend nach meinem Rat extra für diese Aufgabe abgestellt hatten.
„Mathilda.“ Das Lächeln des Könlings wirkte gezwungen. „Das sind nun mal die Vorsichtsmaßnahmen, die für alle gelten. Auch für dich, selbst wenn du meine Schwester bist.“
„Aber es ist so demütigend“, stöhnte die Frau und griff sich in gespielter Verzweiflung an den Kopf. „Vor allem, weil das mein neuen Kleider sind! Die haben einige Schnitter extra für mich angefertigt!“
„Frau Gräfin“, grüßte der Wachmann, der ihr am nächsten stand und verbeugte sich knapp.
Die Gräfin lächelte nur hoheitsvoll und strickte ihre schwarzen Haare zurück. Jetzt erst bemerkte ich, dass die Nadel in ihrem Haar keine Haarnadeln, sondern Stricknadeln waren und die Frisur kunstvoll gestrickt war. Die Gräfin tat dies ohne ihre Finger sehen zu können und steckte sich danach die Nadeln wieder in einen dichten Teil ihrer Haare. An ihrem Arm baumelte eine riesige schwarze Tatasche, die ich deshalb erkannte, weil sie in Schreibstadt nur in den teuersten Läden angeboten wurde. In die hatten meine Oma und ich mich nicht einmal hineingewagt als wir am Morgen meiner Ankunft daran vorbeigelaufen waren.
Nun bemerkte sie Blue, mich und Freundschaf. Besonders Freundschaf bekam einen angeekelten Blick ab. „Wer ist das?“, fragte sie mit spitzer Stimme.
„Die Menschen – und das Schaf – die herausfinden werden wer versucht mich umzubringen, meine Liebe“, erklärte er mit einem falschen Lächeln im Gesicht.
„Aha. Und wenn sie es nicht schaffen landen sie im Geföhnnis, ja?“
„Aber nein! Das sind persönliche Freunde von Mr. Ian Woon!“
Der Könling sah ehrlich schockiert von dem Vorschlag aus, was ihn mir sofort wieder sympathischer machte. Ich wollte garantiert nicht in einem Geföhnnis landen, was auch immer das war. Darunter stellte ich mir sofort einen Raum vor, in dem so viel Wind herrschte, dass man ihn unmöglich verlassen konnte. Darauf den kennenzulernen konnte ich verzichten.
„Naja“, meinte die Gräfin. „Mr. Ian Woon ist auch nicht mehr der Jüngste.“
„Was soll das heißen?“ Ein gefährliches Funkeln war in die Augen des Könlings getreten, was auch die Gräfin bemerkt hatte. Sie wurde ein wenig kleiner in ihrem Schnitterkleid. „Er ist immer noch der König des NaNo-Landes.“
„Aber natürlich ist er das“, lächelte sie entschuldigend. „Dann lasse ich dich und deine… Gäste“ Sie rümpfte die Nase „mal in Ruhe. Ich wollte nur sehen wer so wichtig ist, dass du die erste Besprechung seit einer Woche zugelassen hast.“
Sie knickste kurz, einer der Männer hielt ihr die Tür auf und schon war sie aus dem Raum gedackelt. Es herrschte kurz Stille. Dann…
„Meine Schwester“, sagte der Könling fast entschuldigend.
„Kein Problem. Ich habe auch eine“, lächelte ich. Auch wenn meine keine hochnäsige Schnepfe war. Aber das sagte ich lieber nicht laut.
„Du da.“ Der Könling deutete auf den Wachmann, der uns am nächsten stand. „Zeig meinen Gästen alles was sie im Schloss sehen wollen und erklär ihnen alles was sie wissen wollen. Führe sie bitte auf die besten Zimmer.“
Der Wachmann nickte.
„Der Rest der Leidgarde: Folgt mir!“
Der Könling erhob sich und sofort scharte sich seine Leidgarde um ihn. Mit erhabenen Schritten verließ er den Thronsaal. Das einzige, was seinen Abgang ruinierte war der Satz, den wir hörten kurz bevor die Tür hinter ihm ins Schloss fiel.
„Und bringt mir den Hoftechnikfritzen! Dieses Smartphone macht mich noch wahnsinnig!“

Montag, 1. Dezember 2014

Es ist vollbracht

NaNoWriMo ist vorbei...
Das ist irgendwie eine traurige Feststellung. Am Ende des Novembers bin ich zwar immer ein wenig erleichtert (mein Schlafrhythmus hat mal wieder ordentlich gelitten), aber es ist ein seltsames Gefühl sich an den Computer zu setzen und zu wissen, dass man nicht schreiben müsste. Ich vermisse das jetzt schon.

Mein Ziel für diesen NaNo habe ich übertroffen, denn ich habe doppelt so viel geschrieben wie eigentlich geplant. Von 150k auf 300k ist eine ordentliche Leistung, denke ich (vor allem mit zwei Marathons dazwischen, jeweils 50k in zwei Tagen... ich spür's jetzt noch in den Knochen)...
An dieser Stelle auch an alle anderen Wrimos: Glückwunsch! Vielleicht habt ihr die 50k erreicht, vielleicht habt ihr mehr geschrieben, vielleicht seid ihr auch nicht ganz an die 50k gekommen, aber wir haben alle mehr Wörter auf dem Papier als am Ende des Monats und das muss gefeiert werden!
*macht eine Flasche Sekt auf*
Prost! ;)

Vielleicht schafft es ja der Blog mich ein wenig am Ball zu halten. Mission Plotbunny muss immerhin überarbeitet werden und einer meiner NaNo-Romane ist noch nicht ganz fertig. Also, falls ihr Interesse daran habt und dran denkt, tretet mir ab und zu mal vors Schienbein und erinnert mich daran, dass ich schreiben will und schreiben muss und schreiben kann.
Danke nochmal an dieser Stelle an alle, die den Blog hier lesen und die Geschichte weiterverfolgen. Es gibt mir einen richtigen Schub, wenn ich lese, dass mein Schreibstil halbwegs gut ankommt, dass ihr ab und zu mal lacht und dass meine Schreiberei nicht umsonst war. Das motiviert fast mehr als alles andere.

Erholt euch alle schön und ich hoffe trotzdem viele von euch noch im Forum zu sehen, auch wenn wir wieder ein Jahr darauf warten müssen, dass es wieder losgeht.

Ganz liebe Grüße!
Kim

31. Kapitel



Der Namm hatte Recht behalten. In der Stadt gingen uns alle aus dem Weg und mieden sogar unsere Blicke. Einige der Leute hatten, wie ich irgendwann bemerkte, Brandwunden an den Armen oder Beinen. Diese Stadt war echt gruselig.
Trotzdem fanden wir etwas in einem Laden. Blue hatte gesagt, dass wir dringend noch eine andere Waffe als den Bogen brauchte. Im Nahkampf war ich hoffnungslos unterlegen – und im Fernkampf eigentlich auch, wenn ich ehrlich war. Wenn ich nicht gerade stinksauer auf jemanden war, konnte ich ein Ziel auf zwanzig Meter nicht treffen.
Der Waffenladen war deshalb die erste Anlaufstelle gewesen. Dort lagen mehrere Messer im Schaufenster aus, genau wie Morgensterne, Schwerter oder andere, meistens sehr scharfe, Dinge. Besonders angetan war Blue von einer bestimmten Waffe, auch wenn ich etwas skeptisch war. Die Klinke in meiner Hand war rasiermesserscharf; eine Waffe wie von einem Meisterschmied erschaffen. Allerdings war es immer noch eine Klinke, weshalb mir die ganze Sache nicht geheuer vorkam.
„Und damit soll ich kämpfen? Das ist eine Klinke! Sowas gehört an Türen, nicht an einen Gürtel!“
„Aber junges Fräulein!“, protestierte der Verkäufer. „Schauen Sie nur mal hier; ist das nichts? Das neuste Modell! Das dreiklinkige Messer!“
Mit diesen Worten zog er unter seinem dunkelroten Umhang ein seltsam geformtes Messer mit drei Klinken hervor und stach einer Puppe im Laden direkt zwischen die Augen. Die Puppe sah so aus als hätte sie schon öfter Bekanntschaft mit Waffen gemacht, denn aus vielen Löchern hing ihre Füllwatte und ihr fehlte ein Bein. Was die fehlende Gliedmaße anging, tippte ich darauf, dass jemand ein Schwert hatte ausprobieren wollen. Es musste ein besonders scharfes Exemplar gewesen sein.
„Stimmt, das Ding ist nicht übel. Sind die Klinken auch einklappbar?“, wollte ich wissen. Falls ich das Teil mitnahm, wollte ich mir nicht aus Versehen ins Bein schneiden.
„Oh ja!“, ereiferte sich der Verkäufer. Er demonstrierte sogleich wie man die äußersten Klinken anfassen musste um sie einklappen zu können und warnte dezent, dass man dabei auf seine Finger aufpassen musste.
„Ich glaube das nehme ich.“
Und so kam es dazu, dass ich stolze Besitzerin einer dreiteiligen Klinke wurde. Ich wusste nur nicht, ob ich mich darüber freuen sollte, dass ich jetzt beim Kampf nicht mehr nur daneben stehen konnte, sondern eingreifen musste.
Danach gingen wir zurück zum Haus des Namm. Zum Abendessen gab es Milchreis, wie angekündigt. Der Reis schien darüber nicht erfreut zu sein und versuchte durch die Haustür zu entkommen, aber Blue trieb ihn mit der Reissäge zusammen und schaffte es den Reis irgendwie in den Topf zu bekommen. Da die Wohnung doch recht klein war, bestanden Blue und ich darauf, dass der Namm in seinem Bett schlief und wir zwei uns, genau wie ursprünglich geplant, das Sofa teilten. Es war nicht das bequemste Bett aller Zeiten, aber gegen die Nacht, die ich gestern mit den zwei Blues verbracht hatte, war es der Himmel.
Freundschaf machte es sich auf einer Decke auf dem Boden bequem, obwohl ich kurz überlegt hatte es als weiches Kopfkissen zu verwenden. Dazu war das Sofa leider zu klein. Ich war so müde, dass ich es nicht einmal bemerkte als Blue mir die Decke klaute. Das fand ich erst heraus als ich am nächsten Morgen aufwachte und ihn wie in einem Kokon eingewickelt darin fand.
Direkt nach dem Frühstück, sobald die Sonne aufgegangen war, machten wir uns auf den Weg zum Schloss des Könlings. Der Namm begleitete uns noch bis an die Grenze des Dorfes und ein kleines Stück weiter damit uns ja keine Stuhlmenschen nachkamen, dann verabschiedete er sich mit einer Einladung doch mal wieder vorbeizukommen.
Nachdem das Schloss einmal in Sicht gekommen war, war es schwer zu verfehlen. Es war ein gigantischer, hellrosa Bau mit sechs Türmchen, die in regelmäßigen Abständen aus dem Hauptgebäude ragten. Von dem kleinen Hügel aus auf dem standen konnten wir die Mauer sehen, die das gesamte Schlossgelände umzog, sowie den Brunnen in der Mitte des Gartens und die gut gepflegten Gartenanlagen rund um das Anwesen. Überall befanden sich hellgelbe Blumen, die zusammen fast heller leuchteten als die Sonne und in Form einer Krone eingepflanzt waren.
Nur an einer Ecke waren die Blumen ausgerissen worden und es war braune Erde zu sehen, wie ein Fleck auf der Krone. Einige Leute, die von hier aus klein wie Ameisen erschienen, waren gerade damit beschäftigt die Ecke neu zu bepflanzen. In meinem Kopf entstand sofort das Bild einer Horde Plotbunnys, die sich über die Blumen hermachten. Ich wusste aus irgendwelchen Gründen, dass ich Recht hatte.
Kurze Zeit später standen wir vor dem Tor in der Mauer. Zwei Wachmänner in roten Uniformen mit goldenen Knöpfen standen dort, vermutlich um zu verhindern, dass ungewünschte Gäste sich Zutritt verschafften. Als wir unsere Namen und unser Anliegen vortrugen, wurde beides auf einer Liste geprüft. Bei Freundschaf stockten sie etwas, doch da es ebenfalls angemeldet war, nickten sich die beiden zu und ließen uns passieren. Außerdem klingelten sie nach einem Diener, der sich vor uns verneigte und uns den Weg zum Könling zeigen wollte.
Mir kam es so vor als würde der Weg durch das Schloss länger dauern als das Schloss vom Namm aus zu erreichen. Allein die riesige Eingangshalle zu durchqueren nahm mehrere Minuten in Anspruch. Sie war so hoch, dass mehrere Elefanten übereinandergestapelt darin Platz gehabt hätten und beinhaltete außerdem zwei riesige Treppen. Beide führten auf den gleichen Absatz, begannen jedoch an den jeweils entgegengesetzten Enden des Raumes. Wenn man die Größe von eben diesem bedachte, machte es sogar Sinn, denn sonst würde es Ewigkeiten brauchen, um eine Treppe zu erreichen.
Danach ging es durch eine große Anzahl Zimmer, die alle prunkvoll eingerichtet waren, aber keinen wirklichen Nutzen zu erfüllen schienen. Auch kam es mir vor als würden wir im Kreis laufen, was mich zu der Vermutung führte, dass der Könling entweder noch nicht bereit war uns zu sehen, oder angeordnet hatte, dass man uns eine Schlossführung gab.
Endlich wurden wir jedoch vor einer großen Tür stehen gelassen, mit der Erklärung das sei der Theosaal des Könlings. Wenn ich sagte es war eine große Tür, dann war das die Untertreibung des Jahrhunderts. Wie in der Eingangshalle war auch hier die Decke so hoch, dass ein kleines Hochhaus hineingepasst hätte – was sich wieder mit meiner Theorie deckte, dass wir da geendet waren wo wir angefangen hatten – und die Tür war etwa halb so hoch. Wenn man wieder mein Beispiel mit den Elefanten heranzog, konnte man immer noch drei übereinanderstellen bis der oberste mit dem Rüssel das Ende der Tür erreichen konnte.
Also warteten wir. Und warteten. Und warteten. Und warteten. Als sich schließlich etwas tat war es nicht was wir erwarteten, nämlich dass sich die Tür öffnete, sondern zwei Wachen erschienen.
„Bitte legen Sie alle Waffen ab, die sie am Körper tragen und geben Sie ihr Gepäck an uns ab. Sie werden es nach Ihrem Besuch unangetastet zurückerhalten“, leierte einer der Kerle.
„Was? Wir haben eine Audienz! Mr. Ian Woon selbst hat für uns gebürgt! Und da wollen Sie trotzdem noch unsere Waffen haben?“, rief Blue empört.
Dabei ruhte sein Blick vor allem auf dem Piratenschwert, das sein neuer Lieblingsgegenstand geworden zu sein schien. Ich musste zugeben, dass es mir auch nicht behagte meinen Bogen abzugeben und auch keine meiner anderen Besitztümer. Andererseits handelte es sich hier um einen König – oder Könling – und man hörte oft, dass die meisten von ihnen paranoid waren.
„Gib doch einfach dein Zeug ab. Und denk dran, Blue. Mr. Ian Woon hat für uns gebürgt, wie du gesagt hast, was bedeutet, dass hier die Hölle los ist wenn sie unsere Sachen anfassen.“
Die zwei Wachen sahen sich entsetzt an, was ich ignorierte. Der Satz war sowohl zur Beruhigung für Blue sowie als Warnung für alle anderen Anwesenden gedacht. Unsere Waffen wurden in eine Kiste getan und es tat mir wirklich leid als ich mein neues, dreiklinkiges Messer darin verschwinden sah. Danach begannen die Männer Blue abzutasten, was er missmutig über sich ergehen ließ. Als sie sich mir zuwandten, standen wir allerdings vor einem Problem, das die Wachen erst erkannten als ich sie darauf aufmerksam machte.
„Leute? Ich bin ein Mädchen. Ihr seid Männer. Das mit dem Abtasten ist keine so gute Idee. Habt ihr nicht eine Wachfrau für sowas?“
Die beiden wurden knallrot. Wievielen Frauen hier eine Audienz gewährt wurde konnte man daran auch erkennen. Anscheinend gab es auch keine Wachfrau, denn nachdem die beiden keine Dienerin hatten auftreiben können, die das für sie übernahm, ließen sie mich einfach nur den Inhalt meiner Taschen vorzeigen. Als sie danach begannen sogar Freundschaf abzutasten konnte ich den Lachkrampf nicht mehr zurückhalten.
„Das ist ein Schaf“, erinnerte ich sie. „Wenn dem nicht jemand ein Messer in die Wolle gebunden hat, werdet ihr nichts finden. Ihr wisst, dass da nichts ist.“
Aber obwohl die Wachen das wussten und ich wusste, dass sie das wussten, hieß das noch lange nicht, dass sie Freundschaf guten Gewissens passieren lassen konnten ohne es untersucht zu haben. Dann – endlich – konnten wir den Theosaal betreten.
Der war glücklicherweise nicht ganz so hoch wie die Eingangshalle, denn sonst hätten wir die schönen Deckenmalereien nicht bestaunen können. Deren Beschreibung hätte ein ganzes Buch füllen können, da es sich dabei scheinbar um die Geschichte des Könlingreiches handelte.
Ganz am anderen Ende des Theosaals, also wieder eine Weltreise entfernt, stand ein Thron, genauso riesig wie die Proportionen der anderen Räume vermuten ließen. Die verschnörkelten, goldenen Ornamente reichten bis an die Decke. Dabei konnte man beinah den Mann übersehen, der inmitten all der Pracht saß. Es führten einige Stufen zu ihm hinauf, sodass er sprichwörtlich über allen anderen thronte. Über allen außer seiner Könlingin zumindest, für die direkt neben ihm ein Platz reserviert war. Allerdings war die wohl gerade anderweitig beschäftigt, denn ihr Thron war leer.
Vor seinem Thron waren etwa ein Dutzend Wachmänner aufgestellt und zusätzlich zwei rechts und links von seinem Thron. Okay, der war definitiv paranoid. Vor den Stufen blieben Blue und ich stehen, doch der Könling nahm noch keine Notiz von uns. Er hatte ein Smartphone in der Hand und war dabei wütend darauf herumzutippen.
„Ich hatte Mr. Ian Woon versprochen Bescheid zu sagen wenn sie da sind“, grummelte er in einen fachmännisch gestutzten Bart. „Und jetzt funktioniert das Ding nicht.“
Blue und ich sahen uns fragen an. Blue hob eine Augenbraue. Das war jedenfalls nicht der Könling, den wir erwartet hatten. Er bearbeitete immer noch wütend den Bildschirm des kleinen Geräts.
„Ich gebe auf“, meinte er schließlich. „Holt mir den Hoftechnikfritzen sobald die Besprechung vorbei ist.“
Einer der Wachmänner an seiner Seite nickte. Damit war sie Sache wohl beschlossen, denn der Könling bemerkte uns endlich und sah uns erwartungsvoll an. Oh. Na klar. Der wollte, dass wir uns vor ihm verneigten, ging mir auf. Also machte ich einen Knicks, Freundschaf eine seltsame kleine Verrenkung und Blue, der nicht von selbst auf den gleichen Gedanken gekommen war, verbeugte sich einige Sekunden später. Vielleicht war er auch nur verwundert über die Smartphone-Geschichte.
„Willkommen in meinem bescheidenen Schloss“, verkündete der Könling.
Bescheiden, dass ich nicht lachte. Wenn das hier bescheiden war, lebte ich in bitterer Armut, dem Tode nah. Außerdem wäre seine salbungsvolle Stimme beeindruckender gewesen wenn wir ihn nicht vorher mit seinem Smartphone gesehen hätten. Die hohen Herren hatten eben dieselben Problemchen wie der Rest der Welt. Die Technik machte vor niemandem Halt.
„Mr. Ian Woon hat bereits angekündigt, dass Ihr euch vorstellen würdet, obwohl er nicht erklärt hat was euer Anliegen genau ist. Solange es damit zu tun hat die Plotbunnys aufzuhalten, habt ihr meine vollste Unterstützung.“
Er neigte den Kopf, was wohl als sowas wie eine Verbeugung anzudeuten war und gleichzeitig eine Aufforderung zu erzählen warum wir ihn belästigten.
„Eure Majestät“, sagte ich schnell, da es um Blues Höflichkeit immer noch nicht besonders gut bestellt war. „Wir sind tatsächlich mit der Mission betraut worden ein Mittel gegen die Plotbunnyinvasion zu finden. An dieser Stelle will ich mich persönlich dafür bedanken, dass Ihr Eure Boden nach Schreibstadt geschickt habt. Einige von ihnen haben mir in einer schwierigen Situation sehr geholfen.“
Der Könling neigte erneut den Kopf um meinen Dank entgegenzunehmen und gab mir mit einer Handbewegung zu verstehen, dass ich weiterreden sollte. Na dann. Jetzt kam der schwierige Part, bei dem er seine Wortwahl von vorhin mit der „vollsten Unterstützung“ vermutlich zurücknehmen würde.
„Momentan versuchen wir die Traveling Shovel of Death zu erhalten, weil wir die Hoffnung haben, dass sie gegen die Bunnys etwas ausrichten kann.“
Oder auch nicht. Ich hoffte immer noch, dass wir eine andere Lösung finden würden. Wie zur Bestätigung dieses Gedankens bewegte sich Fluffles in meiner Brusttasche. Nein, nicht ausgerechnet jetzt rauskommen!, flehte ich.
„Es gibt Gerüchte, dass sich die Traveling Shovel of Death, vielleicht unbemerkt, in Eurer Schatzkammer befindet“, schloss ich.
Das Gesicht des Könlings war tatsächlich versteinert, genau wie ich es erwartet hatte. Wenn es um die persönliche Sicherheit und um das eigene Gold ging, war es vorbei mit der vollsten Unterstützung.
„Deutet Ihr damit an, dass Ihr einen Blick in meine Schatzkammer werfen wollt? Und dass Ihr, falls sich die Traveling Shovel of Death dort befinden sollte, sie mitnehmen und zur Bunnybekämpfung einsetzen würdet?“
Okay, jetzt kam der wirklich schwierige Part.
„Es wäre uns eine Ehre wenn Ihr uns einen Blick in die Schatzkammer erlauben würdet. Sollte das nicht möglich sein, würden wir darum bitten sie gründlichst durchsuchen zu lassen. Falls wir oder Eure Diener dabei die Traveling Shovel of Death finden sollten, würden wir es sehr begrüßen wenn wie sie mitnehmen könnten. Sofern es sich einrichten lässt würde sie nach der erfolgreichen oder nicht erfolgreichen Bunnybekämpfung natürlich an Euch zurückgehen.“
Puh. Das einfach mal so zu formulieren sollte mir wer nachmachen. Blue sah ebenfalls beeindruckt aus, doch der Könling wirkte lediglich nachdenklich.
„Das ist eine große Bitte, die Ihr da habt.“
Ach ne. Das war mir auch klar. Fluffles regte sich erneut in meiner Tasche und als ich nach unten schielte sah ich, dass ein kleines Ohr herausragte. Ich konnte mir auch vorstellen wieso. Weil Blue und der Namm dabeigewesen waren, war ich heute nicht dazu gekommen mein Bunnybaby mit Wortsalat zu füttern.
„Bitte bleib in der Tasche“, nuschelte ich in Fluffles‘ Richtung.
„Nun gut. Eine Bitte gegen eine Bitte. Solltet Ihr es schaffen mir einen Gefallen zu tun, dürft ich in meine Schatzkammer gehen und euch einen Gegenstand mitnehmen. Sei das die Traveling Shovel of Death oder etwas anderes“, verkündete der Könling.
Etwas anderes? Oje, das würde kompliziert werden. Wenn es einfach wäre, würde er uns nicht die Erlaubnis geben uns mehr oder weniger in seiner Schatzkammer zu bedienen falls wir erfolgreich waren.
Fluffles regte sich erneut und ein zweites Ohr tauchte aus meiner Brusttasche auf.
„Nein, Fluffles. Runter“, zischte ich. „Wir nehmen diese Herausforderung gerne an“, sagte ich laut an den Könling gewandt.
„Gut. Dann werdet ihr herausfinden… Ist das ein Plotbunny?“, fragte er entsetzt und seine Augen wurden rund.
Fluffles hatte vollends den Kopf aus der Tasche gestreckt und fuhr sich mit einer Pfote über das rechte Ohr um sich zu putzen.
„Ihr wagt es ein Plotbunny in mein Schloss zu bringen?!“
„Mäh“, machte Freundschaf anschuldigend.